22. Juli 2017

Klinikschule

Die Außenstelle der Förderschule in der Helios Klinik Geesthacht

1. Zielsetzung

Ziel der schulischen Maßnahmen ist die Wiedereingliederung in eine Schule, die den
Leistungsvoraussetzungen des Kindes angemessen ist.
Die Schülerinnen und Schüler, die in der Regel eine Schädigung des Zentralen Nervensystems erlitten haben, können nach der Entlassung aus der Klinik häufig nicht in ihre Klasse reintegriert werden. Oft ist eine Wiederholung der Klasse, u. U. mit besonderen Fördermaßnahmen notwendig.
Je nach Schwere der erlittenen Verletzungen oder der eventuell bleibenden Behinderungen kann auch ein Schulwechsel erforderlich sein.

2. Förderdiagnostik
Zu Beginn und während der gesamten Dauer des Aufenthaltes in der Rehabilitationsklinik wird in Zusammenarbeit mit den Eltern, den Lehrerinnen und Lehrern der zuletzt besuchten Schule und den Therapiebereichen der Klinik der aktuelle Leistungsstand ermittelt:

· Schulleistungen
· Sprache
· Wahrnehmung
· Gedächtnis
· Konzentration
· motorische Fähigkeiten
· …

Auf dieser Grundlage wird ein individuelles Unterrichtsangebot erarbeitet. Da die Kinder sich mehr oder weniger schnell ständig in ihren Fähigkeiten verbessern, ist der Aspekt der Prozessdiagnostik besonders hervorzuheben.

3. Schwerpunkte der Unterrichtsarbeit

Entsprechend den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen findet ein Unterricht statt, der sich an den Bedürfnissen und der Befindlichkeit jedes einzelnen Schülers/jeder Schülerin orientiert. Es wird sowohl Einzel- als auch Partner- und Gruppenunterricht erteilt.
Vorwiegend werden Inhalte der Fächer Deutsch, Mathematik und Sachkunde, in Einzelfällen auch weitere Fächer entsprechend der jeweiligen Lehrpläne behandelt.
Meist steht aber zunächst die Steigerung des Selbstwertgefühls und die Verbesserung der Lernmotivation im Vordergrund. Oft muss eine gerade erworbene Behinderung verarbeitet werden.
Die Unterrichtsdauer reicht von 15 bis zu 180 Minuten pro Tag, je nach Belastbarkeit des Kindes.
Weitere Aufgabenfelder der Unterrichtsarbeit sind die Verringerung von Beeinträchtigungen der Wahrnehmung, der Konzentration und des Gedächtnisses sowie die Verbesserung der
Gruppenfähigkeit.
Wenn es erforderlich und sinnvoll ist, werden die Kinder an den Umgang mit technischen Hilfsmitteln herangeführt und geschult (Computer, Bildschirmlesegerät, …), um die Chancen einer schulischen Reintegration zu verbessern.

4. Nachbetreuung

Vor der Entlassung wird gemeinsam mit den übrigen Fachkräften der Klinik ein Vorschlag zur schulischen Eingliederung erarbeitet und Kontakt mit der aufnehmenden Schule hergestellt.
Es wird mit dem zuständigen Schulamt und den zukünftigen Lehrkräften des Patienten genau abgesprochen, welche Unterrichtsbedingungen für eine erfolgreiche Wiedereingliederung geschaffen werden müssen.
Über jede Schülerin und jeden Schüler wird ein Abschlussbericht angefertigt, der u. a. Aussagen über die geleistete Unterrichtsarbeit, das Arbeits- und Sozialverhalten, das Lernvermögen und den schulischen Leistungsstand enthält. Der Bericht schließt mit einer Empfehlung zur weiteren Förderung.
Während der gesamten Aufenthaltsdauer ist ein intensiver Kontakt und Austausch mit den Eltern unerlässlich.

5. Kollegium

In der Klinikschule unterrichten zur Zeit 7 Lehrkräfte. Vier von ihnen sind SonderpädagogInnen mit unterschiedlichen Fachrichtungen (Förderschwerpunkt Lernen, Förderschwerpunkt Sprache, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung), zwei KollegInnen sind aus der Gemeinschaftsschule BvS Geesthacht und eine Kollegin aus einem Gymnasium abgeordnet.

Postanschrift:

Helios Klinik Geesthacht

Johannes-Ritter-Straße 100

D-21502 Geesthacht