- (Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung) Nach aktuellem Forschungsstand wird vermutet, dass ADHS eine Regulationsstörung im Frontalhirn ist, welche genetisch verursacht ist. Bei den Betroffenen befindet sich die Ausschüttung und Aufnahme von Botenstoffen (u. a. Dopamin und Noradrenalin) nicht im Gleichgewicht. Durch die Einnahme von Medikamenten kann die Grundstörung deutlich verringert werden, allerdings sollte eine psychologische Therapie zur Stärkung des Selbstwertgefühles begleitend in Anspruch genommen werden. ADHS ist allerdings nicht heilbar. Die Symptomatik ist individuell ausgeprägt. Symptome gibt es in drei Bereichen: Wahrnehmung (leichte Ablenkbarkeit, Verträumtheit, geringes Durchhaltevermögen, Reiz- und Kritikempfindlichkeit, Vergesslichkeit), Sozialisation (Impulsivität, mangelnde Selbststeuerung und Selbstorganisation, niedrige Frustrationstoleranz, Schwierigkeiten planvoll zu handeln, Antriebslosigkeit) und Motorik (Zappeligkeit, Ungeschicklichkeit, falsche Kraftdosierung). Begleiterscheinungen können,seelische Entwicklungsverzögerung, schnelles psychisches und physisches Ermüden, extrem ausgeprägter Gerechtigkeitssinn sowie Beeinflussbarkeit durch andere sein. Zudem kommt es häufig zu Lese-Rechtschreibschwächen, Rechenschwächen, Tic-Störungen, Ängsten, Depressionen oder Suchtverhalten. Betroffen sind ca. 5 % der Kinder und Jugendlichen. Bei etwa 60% bleiben wesentliche Symptome der ADHS auch im Erwachsenenalter bestehen.
- (siehe: www.adhs-deutschland.de; https://www.zentrales-adhs-netz.de)

- ADS ist eine Aufmerksamkeit-Defizit-Störung ohne die Begleitsymptome der Hyperaktivität.
Eine chinesische Studie aus dem Jahr 2026 wies nun mit MRT-Untersuchungen an 1000 Kindern mit und ohne ADHS 3 unterschiedliche ADHS-„Typen“ nach, in denen ungewöhnliche Muster in verschiedenen Hirnarrealen nachgewiesen werden konnten. Dies hätte Folgen für die medikamentöse Behandlung.
Eine weitere Studie der Neurowissenschaftlerin Dr. Radwa Khalil von der Constructor University, veröffentlicht im Fachjournal iScience, beschreibt mögliche Zusammenhänge bei zwischen Konzentrationsschwierigkeiten und Kreativität? Hier liegt eine mögliche Chance, ADHS als Konzept der sogenannten „defokussierten Aufmerksamkeit“ als besondere Eigenschaft nicht sofort negativ zu belegen und eher Lernszenarien in Schule zu entwickeln, die diesem Lerntyp entgegenkommen.
Die Stimulanzien Ritalin und Adderall werden seit Jahrzehnten zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) eingesetzt, neue Studien deuten nun darauf hin, dass ADHS-Medikamente nicht direkt die Aufmerksamkeitszentren stimulieren, sondern besonders auf Belohnungs- und Wachheitszentren im Gehirn wirken. Sie erhöhen die Dopamin- und Noradrenalin-Konzentration, was Motivation und Wachheit steigert, statt nur die Konzentration zu fokussieren, was bisherige Annahmen zur Wirkweise infrage stellt.
- Fokus auf Motivation statt Konzentration: Die Medikamente steigern eher die Motivation und Wachheit, was indirekt die Aufmerksamkeit verbessert.
- Belohnungszentrum: Sie wirken eher auf Areale, die für Belohnung zuständig sind, und weniger direkt auf die klassischen Aufmerksamkeitssysteme.
- Bestätigte Wirksamkeit: Trotz der neuen Erkenntnisse zur Wirkweise bleibt die Wirksamkeit bei ADHS-Symptomen wie Impulsivität und Konzentrationsschwäche belegt, auch wenn diese allmählich nachlassen kann.
Die neuen Erkenntnisse helfen zu verstehen, warum die Wirkung individuell stark variieren kann.