Die 
zentrale Exekutive ist das übergeordnete Kontrollsystem im Arbeitsgedächtnis nach „Baddeley“.

Die zentrale Exekutive steuert die Aufmerksamkeit, verteilt Ressourcen, hemmt konkurrierende Prozesse und manipuliert Informationen, um Aufgaben zu bewältigen, indem es mit den Speicher-Untersystemen (phonologische Schleife und visuell-räumlicher Notizblock) zusammenarbeitet.

Sie fungiert als eine Art „Dirigent“ der kognitiven Prozesse, der entscheidet, welche Informationen wichtig sind und wo die Verarbeitung stattfindet, und wird mit dem präfrontalen Kortex (vorderer Großhirnrindenteil) in Verbindung gebracht. 

Aufgaben der zentralen Exekutive:

  • Aufmerksamkeitssteuerung: Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf relevante Reize und filtert irrelevante Informationen.
  • Ressourcenverteilung: Sie entscheidet, wie die begrenzte Kapazität des Arbeitsgedächtnisses auf verschiedene Aufgaben verteilt wird.
  • Planung und Koordination: Sie plant und koordiniert Arbeitsschritte und die Nutzung der Speicher-Subsysteme.
  • Informationsmanipulation: Sie bereitet die Übertragung von Informationen ins Langzeitgedächtnis vor, löscht oder ergänzt Inhalte.
  • Verbindung zur Motorik: Sie ermöglicht es, Gedanken sprachlich zu äußern. 

Abgrenzung zu anderen Begriffen:

  • Exekutive Funktionen (allgemein): Dies ist ein breiterer Begriff, der auch Arbeitsgedächtnis, Inhibition (Impulskontrolle) und kognitive Flexibilität umfasst und das zielgerichtete Verhalten steuert.
  • Top-Down-Kontrolle: Die zentrale Exekutive ermöglicht diese bewusste Steuerung von unten nach oben (vom Denken zur Handlung). 

Die phonologische Schleife verarbeitet akustische Eindrücke.Die phonologische Schleife ist für akustische und artikulatorische Aspekte von Informationen zuständig. Durch „subvokales Wiederholen“ (inneres, stummes Sprechen) wird die Information für ca. maximal 2 Sekunden in der Schleife zum Aussprechen bereit gehalten. Werden die Wörter innerhalb von 2 Sekunden nicht ausgesprochen, zerfallen in der phonologischen Schleife die Speicherungen und sind nicht mehr verfügbar.Laut dem Wortlängeneffekt können Wörter mit wenigen Silben einfacher gespeichert werden, als solche mit vielen Silben. Im Resultat kommt es hierbei auf die eigentliche Aussprechdauer der Wörter an.

Der visuell-räumliche Notizblock verarbeitet visuelle Sinneseindrücke: Hier kommen 2 parallele Verarbeitungsformen zum tragen. Ein Verarbeitungsweg fokussiert auf die Beschaffenheit und Struktur der Objekte und der andere setzt diese Informationen in räumliche Zusammenhänge.

Der episodische Puffer ist eine spätere Ergänzung (2000) des Modells von Baddeley des Arbeitsgedächtnisses und dient als Schnittstelle zwischen dem Arbeitsgedächtnis und dem Langzeitgedächtnis.

Die zentrale Exekutive hat als eine übergeordnete Instanz vor allen Dingen Kontrollaufgaben. Sie entscheidet, für welche Informationen Kapazitäten besetzt werden und welche parallel laufenden und somit konkurrierenden Prozesse unterdrückt werden, damit die Handlung mit höchster Priorität reibungsloser funktionieren kann.

Die zentrale Exekutive steuert die Aufmerksamkeit und agiert als Filter, der nur handlungsrelevante Informationen ins Arbeitsgedächtnis durchlässt.

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