Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Bildungsbereich hat zu radikalen Veränderungen geführt. Während anfänglich Verbote diskutiert wurden, hat sich inzwischen eine differenziertere Sichtweise durchgesetzt.

Die Auseinandersetzung mit KI in der Schule ist aus mehreren Gründen wichtig:

– KI ist eine zukunftsrelevante Technologie, die den Alltag und das Berufsleben prägen wird.

– Schülerinnen und Schüler müssen auf einen reflektierten Umgang mit KI vorbereitet werden.

– KI bietet Entlastungspotenziale für Lehrkräfte und im Rahmen von Schulorganisation.

– KI bietet Potenziale für die Neugestaltung von Bildungsprozessen.

  • in Schleswig-Holstein müssen alle Lehrkräfte eine Fortbildung mit Abschlussprüfung nachweislich durchführen, um die Landeslösung „telli“ nutzen zu dürfen.

Geben Schülerinnen und Schüler Aufgaben ab, gehört zur Quellenangabe inzwischen auch die Nutzung von KI mit den verwendeten Fragen an die KI (prompts). Auch durch KI erstellte Bilder müssen gekennzeichnet werden.

Risiken von KI in der Schule?:

Da KI aufgrund immer größer werdenden Datengrundlagen auf Vorgaben und Algorithmen beruht, sind kritisch die Datenbasis und hinter der KI stehende Interessen zu hinterfragen.

  • KI reagiert in der Regel freundlich und zugewandt, weil sie so programmiert ist, nicht weil KI „Dein Freund“ ist. (Beispiele von Beratung in Selbstmordfragen durch die KI gab es schon).
  • Die Frage des Datenschutzes ist wichtig, inzwischen stellen Bildungsministerien geprüfte KI-Instrumente für Schulen und Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zur Verfügung.
  • Es gibt KI-Chatbots, die historische und wissenschaftliche Fakten falsch darstellen, eine kritische Faktenrecherche ist wichtig.
  • Der Schutz von Deepfakes (echt wirkende Bilder), die mit Hilfe von KI gemacht werden, ist wichtig.
  • 1. Fehlende soziale und emotionale Interaktion
    Grundschulkinder lernen stark durch zwischenmenschliche Beziehungen, z. B. durch Mimik, Gestik und Empathie. KI kann keine echte menschliche Wärme oder Beziehungsaufbau bieten, was im Grundschulalter zentral ist.
    Soziale Fähigkeiten wie Teamarbeit, Konfliktlösung und Empathie können nicht allein durch KI vermittelt werden.
  • 2. Begrenztes Verständnis für individuelle Bedürfnisse
    KI kann differenzierte Aufgaben anbieten, aber sie erkennt keine subtilen, nonverbalen Signale, wie Frustration, Überforderung oder Langeweile.
    Kinder mit besonderen Bedürfnissen (z. B. Förderbedarf oder Hochbegabung) benötigen oft einen individuelleren Ansatz, den KI nicht in vollem Umfang leisten kann.
  • 3. Fehlende Kreativität und Spontanität
    Kreatives Denken und freies Spiel sind zentral für Grundschulkinder. KI bietet strukturierte Aufgaben, kann bisher aber selten spontane, kreative Momente oder offene Problemstellungen fördern.
  • 4. Risiko der Überforderung
    Kinder könnten durch zu viele digitale Angebote oder Aufgaben schnell überfordert werden. Insbesondere jüngere Kinder brauchen klare Strukturen und Pausen von Bildschirmen, um gesund zu lernen.

Was kann KI in der Schule leisten?:

Lehrkräfte können Unterrichtseinheiten vorstrukturieren, Arbeitsaufträge differenzieren, übersetzen, in einfache Sprache übertragen, schriftliche Arbeiten der Lernenden auf Rechtschreibung oder Grammatik und bestimmte inhaltliche Kriterien prüfen lassen.

Lernende können recherchieren, programmieren, Texte vorstrukturieren oder überarbeiten, Ergebnisse prüfen (Beispiel: Die eigene Bildbeschreibung in einen Bildgenerator eingeben, um zu prüfen, ob die KI ein ähnliches Bild gestalten kann aufgrund der Beschreibung), Inhaltsverzeichnisse oder Gliederungen von längeren Arbeiten erstellen lassen.
Mit speziellen Lernbots können Lerndialoge zum Lernen und zur Prüfungsvorbereitung geführt werden.

Diese Abbildung ist Creative-Commons lizensiert von Joscha Falck.

(joschafalck.de)

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