der Schulischen Erziehungshilfe:

„Beeinträchtigungen im emotionalen Erleben und in der Wahrnehmung sozialer Kontexte können sich in verschiedenen Ausprägungen des Verhaltens der Schülerinnen und Schüler zeigen. Dabei muss einem extrovertiert-offensiven Auftreten genauso Beachtung zukommen wie einem introvertiert und von Zurückgezogenheit geprägten Verhalten. Während Schülerinnen und Schüler mit externalisierenden Verhaltensweisen schnell ein hohes Maß an Aufmerksamkeit auf sich lenken, sind solche mit internalisierenden Verhaltensweisen oft deutlich schwerer auszumachen. Deren ängstliche und oft depressive Problemlagen haben jedoch den gleichen Stellenwert.

Häufig zeigen sich diese Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer psychosozialen Belastungen für schulisches Lernen und Handeln wenig aufgeschlossen. Es fällt ihnen schwer, die erwartete Aufmerksamkeit zu zeigen oder es können zeitweiliger Übereifer und spontane Arbeitsbereitschaft resignativen Phasen gegenüberstehen, in denen sie mutlos und enttäuscht, antriebsarm und gleichgültig erscheinen. Ebenso können Motivation, Ausdauer, Lerntempo und Belastbarkeit extremen Schwankungen unterliegen.

Die schulische Leistungsfähigkeit ist oft durch eine Vielzahl nicht unterrichtsbezogener und zugleich kräftezehrender Interaktionsprozesse erheblich eingeschränkt. Dies erschwert die ursachenbezogene Einordnung des Verhaltens für die Lehrkräfte und stellt für sie eine Herausforderung dar.

Die gezeigten Verhaltensweisen sind beispielsweise Strategien zur Bedürfnisbefriedigung bzw. erlernte Handlungsmuster, die aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler eine angemessene, erfolgreiche Lösung für schwierige Situationen darstellen.

Hier ist es nötig, diese zu dekodieren („verstehen“), um angemessen und sinnvoll darauf reagieren zu können. Dabei ist es oft hilfreich, die subjektive Logik, die hinter dem Verhalten steht, zu entschlüsseln. Auf diese Weise können Verstehensprozesse initiiert und Optionen für alternative Handlungsmuster eröffnet werden.“

(Empfehlungen zur schulischen Bildung, Beratung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen im sonderpädagogischen Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 13.12.2024)

Ansätze zur Erklärung von Verhaltensweisen finden sich in verschiedenen theoretischen Ansätzen: