Soziales und Emotionales Lernen (SEL) beschreibt den Prozess, durch den Kinder und Erwachsene lernen, Wissen, Einstellungen und Schlüsselfähigkeiten zu erwerben und effektiv anzuwenden. Sie sollen durch SEL Emotionen verstehen und mit ihnen umgehen können, sich selbst positive Ziele setzen und erreichen lernen, Empathie für andere empfinden und zeigen, positive Beziehungen aufbauen und pflegen sowie verantwortungsbewusste Entscheidungen treffen können.

Soziale und emotionale Fähigkeiten wirken sich in allen Lebensphasen positiv aus: Sie sind für SchülerInnen, BürgerInnen oder Angestellte von entscheidender Bedeutung. Viele riskante Verhaltensweisen (z.B. Schul-/Ausbildungsabbruch, Gewalt, Mobbing oder Drogenmissbrauch, ) können vermieden oder reduziert werden, wenn frühzeitig langfristige und ganzheitliche Förderungen zur Verbesserung der sozialen und emotionalen Fähigkeiten von Kindern und Schülern und Schülerinnen erfolgen.
Die oben stehende Abbildung zeigt, dass SEL Programme am effektivsten sind, wenn sie (1) im Lehrplan und dem täglichen Unterricht verankert sind, sich (2) im Schulklima sowie (Bildungs-)Standards widerspiegeln und (3) von Familien und der ganzen erweiterten Schulgemeinschaft unterstützt werden, wenn also „alle an einem Strang ziehen„.

Die Gestaltung von SEL basiert auf dem Grundgedanken, dass optimales Lernen im Kontext von unterstützenden Beziehungen stattfindet, die Lernen zu einer herausfordernden, engagierenden und bedeutungsvollen Tätigkeit machen. Effektive SEL-Programme beginnen im Kindergarten und werden bis zur Sekundarstufe fortgeführt.

Die fünf CASEL-Kompetenzen beleuchten intrapersonale und interpersonale Aspekte (National Research Council, 2012). Selbstbewusstheit und Selbstmanagement sind übereinstimmend mit intrapersonalen Aspekten (in dem Kind selbst), während Soziales Bewusstsein und Beziehungsfähigkeit Dimensionen innerhalb des interpersonalen (Beziehung zu anderen Menschen) Bereichs repräsentieren. Verantwortungsbewusstes Entscheiden ist sowohl ein individueller als auch ein sozialer Prozess und steht für beide Bereiche.

Quelle: http://secondaryguide.casel.org/casel-secondary-guide.pdf