Unter didaktischer Reduktion versteht man die gezielte Auswahl und Vereinfachung komplexer Fachinhalte. Das Ziel ist es, die Stoffmenge und Komplexität auf das Wesentliche zu reduzieren, damit Lernende den Kern eines Themas verstehen können, ohne fachlich verfälscht zu werden. 

Der Prozess orientiert sich an zwei Hauptansätzen: [12]

  • Quantitative Reduktion: Das Weglassen von Randthemen und Details.
  • Qualitative Reduktion: Die inhaltliche Vereinfachung, z. B. durch die Nutzung von Analogien, Beispielen oder Modellen.

Bewährte Strategien und Modelle

  • Das Sieb-Prinzip: Komplexe Inhalte werden schrittweise gefiltert: Was ist das absolute Muss-Wissen, was ist Kann-Wissen (nice to know), und was kann komplett gestrichen werden?
  • Exemplarisches Lernen: Sie nutzen ein konkretes, leicht verständliches Beispiel, an dem sich ein allgemeines Prinzip oder Gesetzmäßigkeiten ableiten lassen.
  • Leitfragen: Das Modell von Wolfgang Klafki hilft bei der Vorbereitung durch Leitfragen:
    • Gegenwartsbedeutung: Was bedeutet das Thema für die aktuelle Lebenswelt der Lernenden?
    • Zukunftsbedeutung: Welchen Nutzen haben die Lernenden langfristig davon?
    • Exemplarische Bedeutung: Wofür ist dieser spezielle Inhalt ein typisches Beispiel?
    • Struktur: Welches ist der eigentliche Kern des Inhalts?
    • Zugänglichkeit: Wie kann das Thema alters- und zielgruppengerecht aufbereitet werden?
hier werden die Prozesse der didaktischen Reduktion im Bild dargestellt

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