Was ist eine Entwicklungsstörung?

Die Entwicklung von Kindern ist individuell unterschiedlich. Einige lernen früher sprechen, andere früher laufen. Von Entwicklungsstörungen oder Entwicklungsverzögerungen spricht man erst dann, wenn Kinder bestimmte Fähigkeiten deutlich langsamer oder in geringerem Maße lernen als der Durchschnitt. Im Gegensatz zu einer Entwicklungsauffälligkeit ist eine Entwicklungsstörung eine länger andauernde Beeinträchtigung. Leichte Entwicklungsstörungen kommen bei jedem 3. bis 4. Kind vor. Oft können solche Defizite wieder aufgeholt werden. Besteht die Möglichkeit eines solchen Aufholens, ist von einer Entwicklungsverzögerung oder Retardierung die Rede. Andere Entwicklungsstörungen bleiben lebenslang bestehen. 1-2 % aller Kinder haben schwere Entwicklungsstörungen im Sinne einer anerkannten Behinderung.

Welche Arten von Entwicklungsstörungen gibt es?

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen „spezifischen“ und „tiefgreifenden“ Entwicklungsstörungen. Bei „spezifischen Entwicklungsstörungen“, auch „umschriebene Entwicklungsstörungen“, „Teilleistungsstörungen“ oder „Teilleistungsschwächen“ genannt, entwickeln sich Kinder im Prinzip normal, haben aber Probleme in einzelnen Bereichen. Zum Beispiel Sprach- und Sprechstörungen, LRS oder Bewegungsbeeinträchtigungen.

„Tiefgreifende Entwicklungsstörungen“, auch „Störungen der neuronalen und mentalen Entwicklung“ genannt, sind meist mit umfassenden psychischen, sozialen oder kognitiven Abweichungen verbunden. Dazu gehören zum Beispiel auch Störungen aus dem Autismusspektrum.

Welche Ursachen können Entwicklungsstörungen haben?

Schwere Entwicklungsstörungen können durch genetische Abweichungen (wie z. B. Trisomie 21/Downsyndrom) bedingt sein. Oft werden sie von Funktionsstörungen des Gehirns ausgelöst. Diese können angeboren sein – z. B. in Form von Stoffwechselstörungen – oder vorgeburtlich entstehen, aber auch durch Hirnschädigungen während der Geburt oder durch Unfälle und Erkrankungen im frühen Kindesalter. Auch Vernachlässigung und Mangelernährung von Kindern können zu Entwicklungsstörungen führen.

Hilfe bei einer Entwicklungsstörung

Je nach Diagnose gibt es unterschiedliche Behandlungskonzepte. Bei spezifischen Entwicklungsstörungen kann z. B. Physiotherapie bei Störungen der Motorik, Logopädie bei Sprachstörungen oder Ergotherapie bei Konzentrations- und Koordinationsstörungen eingesetzt werden. Auch später gibt es z. B. für Jugendliche und junge Erwachsene vielfältige Fördermöglichkeiten, die ihnen – durch ein auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnittenes Umfeld – ein selbstbestimmtes Lernen und Arbeiten ermöglichen.

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