Eine effektive Unterrichtsmethode als Möglichkeit für einen selbstbestimmten und selbstorganisierten Lernprozess in leistungsheterogenenen Klassen, die besonders bei Schülerinnen und Schülern mit herausforderndem Verhalten eingesetzt werden kann (Müller 2016).

Die „Lernleiter“ ist eine Unterrichtsmethode, die einen selbstorganisierten und eigenständigen Lernprozess ermöglicht. Der Lerninhalt ist dabei systematisch in aufeinander aufbauende Lernschritte gegliedert. Die Schülerinnen und Schüler „klettern“ bildlich gesprochen eine Lernleiter hinauf und erarbeiten den Lernstoff eigenständig in ihrem individuellen Lerntempo.

Der Lernprozess wird mithilfe einer sogenannten „Lernlandkarte“ visualisiert, wobei die Leiter als Symbol dient. Sie schafft Transparenz und Klarheit über den Lernweg und unterstützt die Lernenden bei der Orientierung. Diese Methode eignet sich besonders für selbstgesteuertes Lernen in heterogenen Lerngruppen und basiert auf der Multi Grade Multi Level Methodology aus Indien (Müller 2016).

Lernleitern berücksichtigen die Heterogenität heutiger Klassen und das individuelle Lerntempo der Kinder, die Rolle der Lehrkraft wird auf Dauer die zu motivieren, zu begleiten, zu beobachten, positive Beziehungen zu gestalten und genauere lernbegleitende Diagnostik zu leisten.

In der Abbildung sind die konkreten Aufgaben durch allgemeinere Schritte ersetzt. Die Methode wäre durch differenzierte Darstellung (Symbolisch, ikonisch oder z.B. durch akustische Hinweise über QR-Codes mit iPad oder Lesestiften in jeder Altersgruppe einsetzbar, ebenso in jedem Fach oder fächerübergreifend, auch zur Förderung .

Die Lehrkraft wird zur Lernbegleitung, die Eigenaktivität und Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler wird gefördert, allerdings erfordert diese Methode eine intensive Vorbereitung und quantitative und qualitative Differenzierung der Aufgaben für die Lernenden.

Ausdrücklich sollten unterschiedliche Aufgabenformate präsentiert werden, um die Motivation durch Abwechslung aufrecht zu erhalten und verschiedene Lernzugänge zu ermöglichen. Im Klassenraum müssen alle Materialien und Rituale für den Lernleiter-Unterricht geordnet und zugänglich für die Lernenden bereitgestellt werden, eine Rückmeldung muss ritualisiert werden, um den Lernprozess zu beobachten, evtl. anzupassen und begleitend zu kontrollieren.

Auf einzelnen Sprossen der Leiter können Teil-Lernerfolge in unterschiedlichen Formen (kurzer Vortrag oder Plakat, Präsentation für andere Lernende, Fragen und Antworten mit Lehrkraft, Kurztest, …, abgefragt werden.

Lernleiter

  • Struktur: Gliedert Lerninhalte in kleine, aufeinander aufbauende Schritte (wie Sprossen), die oft zwingend nacheinander bearbeitet werden müssen.
  • Fokus: Eignet sich gut, um komplexe Themen systematisch aufzubauen und eignet sich für Kompetenzaufbau in Schulen (Teil der MultiGradeMultiLevel-Methode).
  • Charakter: Visuell und physisch oft als Leiter dargestellt, die den Fortschritt anzeigt. 

Lernpfad

  • Struktur: Ein strukturierter, oft digitaler Weg (z.B. in E-Learning-Plattformen), der aus verschiedenen inhaltlichen Stationen oder Aufgaben besteht.
  • Fokus: Ermöglicht den Aufbau von Wissen durch verschiedene, oft flexible Aktivitäten. Er ist flexibler als eine Leiter und kann individuelle Lernwege (adaptive Lernpfade) unterstützen.
  • Charakter: Wirkt eher wie eine Route oder eine Abfolge von Kapiteln (ähnlich einem E-Book), oft mit Selbstkontrollmöglichkeiten. 

Hauptunterschiede:

  • Flexibilität: Lernpfade sind tendenziell flexibler, während Lernleitern eine striktere, stufenweise Abfolge („Sprosse für Sprosse“) forcieren.
  • Ursprung: Lernleitern kommen stärker aus der direkten Unterrichtsmethodik, Lernpfade sind oft im E-Learning/Blended Learning verankert.
  • Ziel: Lernleitern fokussieren auf das machbare, schrittweise Erreichen von Kompetenzen, während Lernpfade den gesamten Weg durch eine Lerneinheit (inklusive Materialien) strukturieren. 

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