Scaffolding bezeichnet im pädagogischen Zusammenhang eine zeitweise Unterstützung beim Lernen, ähnlich einem Baugerüst.
Es handelt sich um eine Methode, bei der Lernenden durch gezielte Hilfen (z.B. Anleitungen, Beispiele, sprachliche Rahmen) der Zugang zu schwierigeren Aufgaben ermöglicht wird, die sie alleine noch nicht bewältigen könnten.

Ziel ist, die Unterstützung schrittweise abzubauen, sobald der Lernende mit dieser „Absicherung“ Fortschritte erzielt, um schließlich die Selbstständigkeit zu fördern.
Das Konzept stammt ursprünglich aus der Erforschung des Spracherwerbs und ist heute ein wichtiges Prinzip in vielen Bereichen des Unterrichts. 

In Schule

  • Ziel: Unterstützung von Lernenden bei Aufgaben, die sie ohne Hilfe noch nicht lösen könnten.
  • Vorgehen: Anbieten von Hilfen (z.B. sprachliche Muster, Merkhilfen, Vorlagen, visuelle Hilfen), die mit zunehmender Kompetenz des Lernenden schrittweise reduziert werden.
  • Anwendungsbereiche: Kann in allen Fächern angewendet werden, da es ein Prinzip für sprachsensiblen und differenzierenden Unterricht ist.
  • Beispiele:
    • In der Fremdsprachendidaktik: Bereitstellung von Sprachmustern oder Modellgesprächen.
    • In der Psychologie: Unterstützung beim Erlernen der Erstsprache durch Eltern, die das Kind anleiten und sprachliche Modelle liefern.
  • Verbindung zu Theorien: Das Konzept ist eng mit der Theorie der „Zone der nächsten Entwicklung“ des russischen Psychologen Lew Wygotski verbunden, da es darum geht, Lernende innerhalb dieser Zone zu unterstützen.