Die 
zentrale Exekutive ist das übergeordnete Kontrollsystem im Arbeitsgedächtnis nach „Baddeley“.

Die zentrale Exekutive steuert die Aufmerksamkeit, verteilt Ressourcen, hemmt konkurrierende Prozesse und manipuliert Informationen, um Aufgaben zu bewältigen, indem es mit den Speicher-Untersystemen (phonologische Schleife und visuell-räumlicher Notizblock) zusammenarbeitet.

Sie fungiert als eine Art „Dirigent“ der kognitiven Prozesse, der entscheidet, welche Informationen wichtig sind und wo die Verarbeitung stattfindet, und wird mit dem präfrontalen Kortex (vorderer Großhirnrindenteil) in Verbindung gebracht. 

Aufgaben der zentralen Exekutive:

  • Aufmerksamkeitssteuerung: Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf relevante Reize und filtert irrelevante Informationen.
  • Ressourcenverteilung: Sie entscheidet, wie die begrenzte Kapazität des Arbeitsgedächtnisses auf verschiedene Aufgaben verteilt wird.
  • Planung und Koordination: Sie plant und koordiniert Arbeitsschritte und die Nutzung der Speicher-Subsysteme.
  • Informationsmanipulation: Sie bereitet die Übertragung von Informationen ins Langzeitgedächtnis vor, löscht oder ergänzt Inhalte.
  • Verbindung zur Motorik: Sie ermöglicht es, Gedanken sprachlich zu äußern. 

Abgrenzung zu anderen Begriffen:

  • Exekutive Funktionen (allgemein): Dies ist ein breiterer Begriff, der auch Arbeitsgedächtnis, Inhibition (Impulskontrolle) und kognitive Flexibilität umfasst und das zielgerichtete Verhalten steuert.
  • Top-Down-Kontrolle: Die zentrale Exekutive ermöglicht diese bewusste Steuerung von unten nach oben (vom Denken zur Handlung). 

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