22. Juli 2017

Inklusion

Förderschwerpunkt Lernen

(gesetzlich in der Landesverordnung über sonderpädagogische Förderung (SoFVO v. 20.7.2007) geregelt)

Als Förderzentrum unterrichten wir Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf mit dem Förderschwerpunkt Lernen in der Regel in der Inklusion an der besuchten Schule.

Ein sonderpädagogischer Förderbedarf mit dem Förderschwerpunkt Lernen liegt vor, wenn ein Kind so umfangreich, umfassend und langdauernd in seinem schulischen Lernen beeinträchtigt ist, dass es deshalb eine schulische Betreuung benötigt, die speziell auf sein Lernverhalten eingeht. Dies bedeutet, dass Kinder die Ziele der besuchten Schule auch mit den in der Schule zur Verfügung gestellten zusätzlichen Förderungen nicht erreichen. Ein längerer Verbleib in der Eingangsphase und ein Lernplan mit Förderangeboten reicht nicht aus.

Ist der sonderpädagogische Förderbedarf festgestellt, haben die Schülerinnen und Schüler einen Anspruch auf sonderpädagogische Förderung. Der Anspruch auf sonderpädagogische Förderung kann an einer Förderschule, in der Regel jedoch in einer inklusiven Maßnahme an einer Grundschule oder Gemeinschaftsschule realisiert werden.

  • Ihr Kind besucht weiterhin die zuständige Grundschule und wird dort zieldifferent unterrichtet. Das bedeutet, dass die schulischen Anforderungen, Klassenarbeiten, Bewertungen und Zeugnisse an das Leistungspotential ihres Kindes angepasst werden und ein Sonderpädagoge unserer Schule ihr Kind im Unterricht zusätzlich unterstützt. In der Fachsprache heißt das „Inklusive“.

Die Schulabschlüsse sind in beiden Maßnahmen identisch. Bei ausreichenden Leistungen erwerben die Schüler nach 9 Schulbesuchsjahren den Förderschulabschluss.


Und was ist mit dem Ersten Allgemeinen Schulabschluss?

Der Schulabschluss kann von Schülerinnen bei entsprechenden Leistungen in verschiedenen Maßnahmen erworben werden (z. B. Umschulung, Flexklasse, berufsvorbereitende Maßnahmen im Berufsschulzentrum,…).


Elterninformation Inklusion

Weitere Fragen beantworten wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch. Vereinbaren Sie bitte einen Termin, damit wir uns genügend Zeit für Sie nehmen können.

Telefon: 04152/842313

 

INKLUSION

Definition von Integration (nach G. Feuser 1986, 55f.)

„Integration zu realisieren heißt in gleicher Weise für Kindergarten und Schule, dass

  • alle Kinder
  • an / mit einem gemeinsamen Gegenstand / Inhalt / Thema
  • in Kooperation miteinander
  • auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau

spielen und lernen.“


Diesem Verständnis von Inklusive liegt zugrunde, dass man anerkennt, dass alle Kinder verschieden sind, d.h.:

  • mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule kommen
  • unterschiedlich schnell lernen
  • auf unterschiedlichen Wegen lernen

Der Unterricht in der Schule muss diesen unterschiedlichen Voraussetzungen und Lernwegen Rechnung tragen:


Prinzipien des integrativen Unterrichts nach Boenisch (1999)

1. Prinzip der entwicklungslogisch-ganzheitlichen Didaktik
2. Prinzip der Handlungsorientierung
3. Prinzip des Interessen- und Erfahrungsbezuges
4. Prinzip der Kommunikation und Interaktion
5. Prinzip der kritisch-konstruktiven Unterrichtsgestaltung
6. Prinzip der Modellierung von Lernwelten
7. Prinzip der Differenzierung und Individualisierung
8. Prinzip der Gemeinsamkeit
9. Prinzip des 2-Pädagogen-Systems
10. Prinzip des ökologisch-systemischen Bezuges

Erfolgreiche Inklusion ist unter anderem abhängig von personellen, räumlichen, sachlichen, motivationalen und organisatorischen Bedingungen.


Um diese Verständnis von Individualisierung von Lernprozessen bei der Unterschiedlichkeit der Schulen/Klassen mit integrativen Maßnahmen mit zielgleicher oder zieldifferenter Förderung zu unterstützen, haben wir für die Zusammenarbeit von Sonderschullehrerinnen und Sonderschullehrern mit Lehrkräften anderer Schulen einen

Leitfaden zur Zusammenarbeit in integrativen Maßnahmen entwickelt.

Hier können zu Beginn einer Zusammenarbeit in einer Lerngruppe Formen der Kooperation, Folgerungen für den Unterricht und die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und dem Kollegium abgesprochen werden.


Je nach Förderbedarf /sonderpädagogischem Förderschwerpunkt kann eine Unterstützung der individuellen Lernsituation unterschiedlich gestaltet werden. Angebote an alternativen oder ergänzenden Lernmaterialien oder Lernmethoden, Unterrichtsbegleitung durch eine Unterrichtshilfe, Doppelbesetzung von Lehrkräften, Gewährung eines Nachteilsausgleiches bezüglich des Tempos/Umfangs von zu leistenden Arbeiten, usw..