22. Juli 2017

Glossar

Absentismus:

  • Regelmäßige Abwesenheit von Schülerinnen und Schülern über 11 Tage und mehr je Schulhalbjahr, diese wird statistisch erfasst, an die Schulaufsicht übermittelt, um Gründe für Fehlzeiten zu ermitteln und dem Absentismus entgegen zu wirken. Bei problematischen Fällen wird mit der Schulischen Erziehungshilfe und dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) sowie der Schule eine Absentismus-Konferenz durchgeführt.

Barrierefreiheit:

  • Barrierefrei sind Lebensbereich dann, wenn sie von allen Menschen mit oder ohne Behinderung gleichberechtigt mit anderen erreicht und genutzt werden können. Dies sollte ohne besondere Erschwernisse und grundsätzlich ohne fremde Hilfe möglich sein. 

Behinderung:

  • „Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.“ (§ 2 Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) IX
    Im schulischen Bereich spricht man dann von einem sonderpädagogischen Förderbedarf, wenn ein Kind mit den Mitteln der Regelschule alleine nicht angemessen im Rahmen der Anforderungen gefördert werden kann. 

Breitenfelde:

  • Für Schulanfänger, die durch besondere Sprachauffälligkeiten bei der erfolgreichen Bewältigung des Leselernprozesses an einer Grundschule beeinträchtigt wären, ist die „Sprich-mit“-Maßnahme in Breitenfelde eine 2-jährige Maßnahme mit kleineren Gruppen und spezieller Sprachförderung.
    Voraussetzung für eine Aufnahme ist die Meldung durch die Kita oder die zuständige Grundschule sowie ein Sonderpädagogisches Gutachten, das die Sprachauffälligkeiten und den Ausschluss weiterer Einschränkungen im Lernen belegt. Da diese kreiszentrale Maßnahme Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Kreis aufnimmt, sind die Aufnahmekapazitäten begrenzt.

Eingliederungshilfe:

  • Hilfeleistungen für Menschen mit Behinderung zur Teilnahme beispielsweise an einer angemessene Schulbildung im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht. Leistungen sind beispielsweise die Schulbegleitung bei geistiger oder körperlicher Behinderung, einschließlich der Sinnesschädigungen.
    Sozialgesetzbuch (SGB) XII
    Die Schulbegleitung für drohende seelische Behinderung wird nicht von der Eingliederungshilfe finanziert sondern über das zuständige Jugendamt.

Flexible Eingangsphase:

  • Die Grundschule ist die Regelschule für jedes schulpflichtige Kind. Nicht alle Kinder kommen mit gleichen Lernvoraussetzungen in die Schule. Die Jahrgangsstufen 1 und 2 können auch in 3 Jahren durchlaufen werden. 

Förderbedarf:

  • Durch ein Sonderpädagogisches Gutachten wird ein Sonderpädagogischer Förderbedarf ermittelt, wenn Schüler nur mit besonderen Hilfen Ziele erreichen können.

Förderplan:

  • Jede Schülerin / jeder Schüler mit einem festgestellten Sonderpädagogischen Förderschwerpunkt bekommt einen Förderplan, in dem Ziele, Materialien, Methoden und Absprachen festgehalten werden. Der Förderplan wird mit Lehrkräften, Eltern und Erziehungsberechtigten und dem Kind besprochen. In abgesprochenen Zeiträumen wird dieser Förderplan erneuert.

Förderschule:

  • Sondereinrichtung für Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf.
    Im Kreis Herzogtum-Lauenburg gibt es zur Zeit noch eine Förderschule Lernen mit eigenen Klassen in Ratzeburg
    sowie zwei Förderschulen Geistige Entwicklung in Geesthacht und Mölln. Für eine Aufnahme an diesen Schulen ist der ausdrückliche Elternwille Voraussetzung.

Förderschwerpunkt:

  • Durch ein Sonderpädagogisches Gutachten wird ein Sonderpädagogischer Förderbedarf ermittelt, wenn Schüler nur mit besonderen Hilfen Ziele erreichen können. Hier werden auch Förderschwerpunkte ermittelt.
    Können Kinder bei Schwierigkeiten die Ziele der besuchten Schule mit Hilfen der besuchten Schule ohne Sonderpädagogische Unterstützung erreichen, kann ein Lernplan erstellt werden, in dem Ziele, Methoden und Zeiträume festgehalten werden.
  • Die Schulaufsicht stellt diesen Förderbedarf nach Gutachten dann förmlich fest und erstellt einen schriftlichen widerspruchsfähigen Bescheid.
    In diesem wird dann auch der Ort der Beschulung festgehalten.

Es gibt folgende Sonderpädagogische Förderschwerpunkte:

zieldifferent (andere Ziele, andere Bewertung, andere Abschlüsse):

  • Lernen
  • Geistige Entwicklung

zielgleich (gleiche Ziele, gleiche Bewertung und Abschlüsse, evtl. Nachteilsausgleich) :

  • Emotionale und Soziale Entwicklung
  • Sprache
  • Körperliche und Motorische Entwicklung
  • Autismus
  • Hören
  • Sehen
  • Unterricht kranker Schülerinnen und Schüler

Förderausschuss:

  • Gibt es bei Koordinierungsgesprächen über die zu besuchende Schule keine einvernehmliche Lösung, versuchen die Teilnehmer einen Entscheidungsvorschlag für die Schulaufsicht herbeizuführen. Die Eltern werden gehört.

Inklusion/Integration:

Bildergebnis für inklusion

  • Alle Schülerinnen und Schüler mit oder ohne Förderbedarf besuchen eine Schule und werden dort gemeinsam gefördert und gefordert.
    „Das Leitbild der Inklusion zielt – im Gegensatz zur Integration – auf alle Menschen und setzt damit das Ziel, Schule für alle Schüler (und auch für alle Lehrer) zu einem anregenden und angenehmen, fördernden und herausfordernden Ort des Lernens zu machen. Die ganze Schule gewinnt,“  
Wilfried W. Steinert: Inklusion als Motor der Schulentwicklung. In: Mittendrin e. V. (Hrsg.): Eine Schule für Alle – Inklusion umsetzen in der Sekundarstufe. Verlag an der Ruhr, 2012

Koordinierungsgespräch:

  • Bei Umschulungen koordinieren die aufnehmende und abgebende oder in Frage kommende Schulen und evtl. Vertretungen des Schulträgers und Fachleute den Schulwechsel; Elternwünsche werden gehört.

Lernplan:

  • Schriftliche Festlegung und Absprachen von Zielen und Methoden und Zeitvorstellungen schulischer Förderung bei Schwierigkeiten an der besuchten Schule (Grundschule).

Nachteilsausgleich:

  • Bei der Leistungsermittlung kann der Schulleiter der besuchten Schule Schüler ohne Abstriche bei der Qualität der geforderten Leistung einen Nachteilsausgleich gewähren. Dieser erscheint nicht im Zeugnis. Beispiel: Diktat in einer ruhigen Einzelsituation (Hörprobleme), Ersatzleistungen bei Körperbehinderung im Sport, u.v.m..

Phonologische Bewusstheit:

  • Kinder verstehen mit der zeit, dass Sätze aus Wörtern und Wörter aus Silben und diese wiederum aus Lauten bestehen. Sie können Laute hören und unterscheiden und am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortes heraushören und erfassen, dass sich manche Wörter reimen oder länger oder kürzer sind. Diese Fähigkeiten sind für den Leselernprozess die notwendige Basis und können in spielerischer Form geübt werden.

Überprüfung/Sonderpädagogisches Gutachten:

  • In der Regel (Lernen) wird ein entsprechendes Gutachten erst im dritten Schulbesuchsjahr erstellt. Vorher wird versucht, einem Lernversagen präventiv entgegen zu wirken (siehe Lernplan).
  • Das Gutachten wird über die besuchte Schule in Auftrag gegeben von den Lehrkräften der Schule oder von den Eltern, oder z.B. durch Schulärzte, Kitas. 
  • Vor der Einschulung oder zur Einschulung kann eine Gutachten zur Feststellung eines Förderbedarfes Geistige Entwicklung, Sprache, Autismus, Hören, Sehen, Körperliche und Motorische Entwicklung in Auftrag gegeben werden.
  • Gutachten im Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung werden nur in Ausnahmefällen erstellt, wenn Erziehungsberechtigte auch zu außerschulischen Maßnahmen bereit sind und Schulische (Ordnung-)Maßnahmen nicht mehr ausreichen den Unterricht von Kindern zu regeln.

Schulbegleitung:

  • Eltern können für einzelne Schülerinnen und Schüler können zur Bewältigung des Schulalltages mit besonderen Gründen eine individuelle Schulbegleitung beantragen. (über die Schule bei den zuständigen Jugendämtern oder über die Fachberaterinnen „körperliche und motorische Entwicklung“ „BIS Autismus“ od. das „Landesförderzentrum Sehen und Hören“
    Die Schulbegleitung übernimmt Tätigkeiten im Schulalltag, die helfen, z.B. Wege in der Schule, Pflege, den sozialen Umgang mit anderen und die Vermeidung von Konflikten oder auch den Zugang zum von den Lehrkräften bereitgestellten Lerninhalt zu unterstützen.
    Die eigentliche Stoffvermittlung jedoch ist Aufgabe der Lehrkräfte.
    Die Kosten für eine Schulbegleitung werden von verschiedensten Kostenträgern auf Antrag individuell bewilligt für  Kinder z.B. mit körperlichen Einschränkungen, Autismus-Spektrum-Störungen oder bei drohender seelischer Behinderung.